Bericht Nr. 3: Walfleisch ist OUT

Montag 06. Juni: Seit zwei Wochen informieren wir die Passanten und Touristen… anscheinend mit Erfolg! Der Marktstand in Svolvaer, der Walfleisch verkauft, hat seit 8 Tagen nur einmal Kunden gehabt. Wir erklären den Leuten, wie grausam der Fang abläuft, dass „Hval“ Walfleisch ist und dass es unter Umständen erhöhten Quecksilber Gehalt aufweist. Außerdem zeigen wir auf, dass das Fett illegal verklappt wird, und dass Zwergwale ziemlich sicher gefährdeter sind als gedacht. Von dieser Spezies ist zu wenig bekannt!

Dienstag 07. Juni: In Svolvaer war es auf den ersten Blick ruhig! Wir erfuhren jedoch von unseren Kontakten von einem Studententreffen, bei dem Walfleisch freies Essen die Vorgabe war. Am Ende kam aber die Bedienung mit einem Tablett und bot als „spezielle

Empfehlung des Kochs“ den Studenten doch noch Walfleisch an. Dies wurde glücklicherweise abgelehnt.

Wir haben von den fleissigen jungen Forschern und ihrer sehr netten Leiterin die Hydrophonaufnahmen vom Vestfjord bekommen! Unter Wasser herrscht ein Höllenlärm: Die alles übertönenden Detonationen, die alle 8 Sekunden erfolgen, sind die seismischen Messungen.

Mittwoch 08. Juni: Keine Arbeit, der Sturm hat mich zum Umzug in eine Hütte gezwungen. Angesichts der Böen von 10 BFT war das Übernachten im Zelt nicht mehr möglich!

Donnerstag 09. Juni: Morgens um 4 Uhr zum Aussichtspunkt aufgebrochen. Um 8:30 fuhr ein Walfangschiff in Richtung Svolvaer! Leider den ersten Bus verpasst und Richtung Kabelvag gelaufen, den zweiten Bus dann erwischt. An der Walfleischfabrik schwamm bereits ein Fettfilm im Kreis um besagten Walfänger! Ganz überraschend bekam ich von den Berlinern hier am Campingplatz Hilfe! Nach kurzem Suchen fanden wir auch schon das verklappte Fett. Ab heute ist es sicher, dass es dort mit Absicht entsorgt wird. Blubber zu verklappen ist definitiv verboten. Ob das flüssige Walfett ebenfalls nicht verklappt werden darf, versuche ich die Tage noch herauszubekommen!

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