Zwei Wale entkommen! Zweiter Bericht aus Norwegen.

Das Highlight der Woche gleich vorweg: Zwei Zwergwale, die am vergangenen Donnerstag in der Nähe von Henningsvaer gesichtet wurden, sind dem Walfangschiff Uregutt – das in der Gegend auf Jagd war – nicht vor die Harpune gekommen. Aber jetzt erst mal der Reihe nach:

Montag 30. Mai: Ein Walfangschiff namens Nordfangst – das uns bisher nicht bekannt war – taucht in Svolvaer auf. Sein bevorzugtes Jagdrevier ist der Vestfjord.

Dass der hoch mit Giftstoffen belastete Walspeck einfach ins Wasser geworfen und somit illegal entsorgt wird, hatten wir bereits berichtet. Nun konnten wir beobachten, dass Seevögel den im Hafenbecken schwimmenden Walspeck verspeisen!

Dienstag 31.Mai: Wir erfahren, dass die Nordfangst, die nun im Trockendock liegt, kürzlich 30 weitere Wale getötet und in der Walfabrik in Svolvaer zur Verarbeitung abgeliefert hat. Damit steigt die Zahl der toten Wale auf 169.

Mittwoch 1. Juni: Um 19 Uhr legt die Uregutt zur Jagd im Fjord ab.

Donnerstag, 2. Juni: Auf der Suche nach der Uregutt, die vermutlich küstennah auf der Jagd ist. Wir bekommen Meldung, dass nahe Henningsvaer zwei Zwergwale gesichtet und von einer Forschergruppe begleitet werden. Am Abend dann die gute Nachricht, dass die Uregutt ohne Fang (!) wieder in Ure angelegt hat.

Freitag, 3. Juni: Keinerlei Aktivitäten. Wir warten auf das Eintreffen der Rowenta 2, die am Samstag vergangener Woche abgelegt hat, und auf die Rückkehr der Unstad Junior, die seit ca. 25. Mai auf dem Nordatlantik jagt.

Samstag, 4. Juni: Keine Arbeit in der Walfabrik, kein einlaufender Walfänger!

Resümée: Der Westfjord wurde die ganze Woche vom Walfang verschont. Die gefährliche Situation für die beiden Zwergwale verlief glimpflich und sie konnten den Explosionsharpunen entkommen. Die Uregutt liegt seit Donnerstag Mittag in Ure vor Anker. Anscheinend legt auch der zweite Walfänger der Flotte von Remi Unstad diese Woche nicht mehr zum Fang ab. Die Nordfangst liegt ebenfalls auf dem Trockenen.

Also fast ein Happy End, wären nicht die vier anderen Walfänger im Nordmeer unterwegs: Die Rowenta 2, Unstad Junior, Ann Brita und die Reinefangst sind noch auf der Jagd.

Dennoch: Der Fjord ist viel zu still – bis auf die alle 8 Sekunden erfolgenden Unterwasser-Detonationen für die Ölsuche. Vögel sind ebenfalls nur wenige zu beobachten. Wir machen uns große Sorgen, dass die lautstarken und permanent erfolgenden seismischen Messungen verhängnisvolle Auswirkungen auf die Tierwelt haben könnten.

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