Einladung „Oceanday“ 03.12.2016

Wann: 03.12.2016 von 18 bis 21 Uhr
Wo: DHBW Stuttgart Jägerstraße 56
Was: Vorträge der Organisationen OceanSounds e.V. , IMMCS-Germany e.V.,
Universität Papua
Inhalte:
18-19 Uhr: Die Sprache der Wale von Meeresbiologin Heike Vester Ocean Sounds
19:15-20:00 Uhr: Das Leben der Meeresschildkröten ( auf englisch ) von
Professor Ricardo F. Tapilatu, Head of Research Center for Pacific Marine
20:30-21:00 Uhr: Kampagne gegen den Walfang auf den Lofoten von IMMCS-Germany e.V.,
Michael Tenten

Veranstaltung Vorträge Ocean Sounds e.V. , Universität Papua und International Marine Mammal Conservation Society Germany e.V.
Heike Vester von Ocean Sounds e.V. ist eine Meeresbiologin, die seit über 15 Jahren die Sprache der Wale und Delfine auf den Lofoten erforscht. Es gibt zahlreiche Veröffentlichungen und bahnbrechende Erfolge die Heike Vester mit ihrer vorbildlichen Arbeit bereits brüsten. Um eine Sprache zu verstehen, die aus Gesängen und Lauten besteht, ist es wichtig sich sehr lange vor Ort mit den Meeressäugern zu beschäftigen. Sie erforscht seit mehr als 10 jahre Wale und Delphine in Nordnorwegen und hat Ocean Sounds 2005 auf den Lofoten gegruendet. Ihre Forschung bezieht sich hautpsachlich auf die Kommunikation von Grindwalen und Orcas. Seit 2015 hat sich ihr Arbeitsfeld ausgeweitet und Ocean Sounds e.V. ist auch in Papua in Zusammenarbeit mit der dortigen Universität tätig. Ihre genaue Arbeit und die faszinierenden Ergebnisse wird Heike Vester in ihrem fesselnden Vortrag vorstellen.

Von der Universität Papua wird das Projekt über die dort lebenden Schildkröten vorgestellt. Professor Ricardo F. Tapilatu, Head of Research Center for Pacific Marine, arbeitet dort an der Erforschung und für den Schutz der großen Meeresschildkröten. Seine Arbeit ist weltweit angesehen und beinahe konkurenzlos. Es wird ein spannender Vortrag über die Wanderung, die Lebensweise und die Gefährdung dieser einmaligen Lebewesen.

International Marine Mammal Conservation Society Germany e.V. wird an diesem Tag einen kurzen Einblick in die Arbeit der Aktivisten vor Ort geben! Michael Tenten, der erste Vorstand dieser Meeresschutzorganisation wird über seine Erfahrungen und die Erfolge von der diesjährigen Aktion „Whale Defence“ auf den Lofoten sprechen. Michael Tenten, der Norweger Per Ola Reymert Skjæraasen und Adrian Husmann konnten dieses Jahr eine erfolgreiche Informations und Rettungskampagne auf den Lofoten durchführen. Es wurden im Nusfjord vor der Insel Moskenes 2 Wale vor dem Walfängerschiff Nystrand gerettet. Ebenso ist es ihnen gelungen in Zusammenarbeit mit dem WDC und OceanSounds, die wichtigsten Fakten über die dortige Waljagd zusammen zu tragen um mit Hilfe von Flyern und Aktionen zukünftig noch effektiver gegen den Walfang vorzugehen. Eine weitere Aktion von IMMCS-Germany e.V. ist die Arbeit zum Schutz unserer Robben und Seehunde auf den Nordfriesischen Inseln, wo ebenfalls bereits ein erster Teilerfolg zu verzeichnen ist.

Aktivisten beschützen Zwergwale

Fast 600 Zwergwale haben kommerzielle Walfänger in Norwegen bei ihrer umstrittenen Waljagd in diesem Jahr bereits getötet. Das Sterben der Meeressäuger ist qualvoll. Unerwartete Beschützer fanden indes vor kurzem zwei Zwergwale im norwegischen Vestfjord: Zwei Aktivisten der International Marine Mammal Conservation Society Germany – unter ihnen der 1. Vorsitzende Michael Tenten – schirmten die Tiere mit einem kleinen Motorboot vor den Walfängern ab.

Der Vorfall sorgte für erheblichen Wirbel in der dortigen Presse. Brisant ist auch ein seither aufgetauchtes Video: Darauf ist ein aufgebrachter Walfänger zu hören, der lautstark Schießbefehle ausstößt. Seit heute ist Michael Tenten wieder in Deutschland.

Zugetragen hat sich die Episode am 10. Juli im Vestfjord. Die beiden Aktivisten waren auf der Suche nach Walen unterwegs, als in der Ferne der Walfänger „Nystrand“ auftauchte. Offensichtlich sei das Schiff auf der Jagd gewesen, berichten die IMMCS Crewmitglieder. Sie seien der „Nystrand“ in sicherem Abstand gefolgt, um die Situation zu beobachten.  Zwischen 18 und 19 Uhr erreichten sie den Eingang des Nusfjord nördlich von Moskenes. Die „Nystrand“ sei in einiger Entfernung mit Kurs auf Reine gefahren, erläutert Michael Tenten. „Plötzlich tauchte wenige Meter neben unserem Boot die Rückenflosse eines Zwergwals auf!“. Kurz darauf war die Rückenflosse eines weiteren Tieres auf der anderen Seite des Bootes zu sehen.

„Zum ersten Mal in unserem Leben sind wir Walen begegnet“, so ein Crewmitglied. Das Zusammentreffen sei ein emotionaler Moment gewesen. Die Aktivisten starteten den Motor, um den Walen zu folgen und sie notfalls vor den Walfängern schützen zu können. Auf der Nystrand schien man die Wale noch nicht bemerkt zu haben. Als jedoch einer der Wale eine weithin sichtbare Luftfontäne (Blas) ausstieß, setzte der Walfänger Kurs auf das Tier. Die Aktivisten beschleunigten ihr Boot und manövrierten im Zickzack-Kurs zwischen dem Wal und der Nystrand, um das Tier vor der Harpune der Walfänger abzuschirmen. Rund 30 Minuten dauerte das Scharmützel an, dann zog die Nystrand ab.

In den norwegischenMedien schlug der Vorfall hohe Wellen. In der Online-Ausgabe des Blattes „Kyst og Fjord“ waren Video-Ausschnitte der Aktivisten sowie ein an Bord der Nystrand aufgenommenes Video zu sehen. Die Tonspur enthüllt, wie leicht die Situation hätte eskalieren können: „Schieß, verdammt noch mal“ brüllt einer der Walfänger mehrfach in höchster Erregung. Die schockierten Walschützer betonen indes, sie hätten sich lediglich bei den Walen aufgehalten. Es sei die Nystrand gewesen, die Kurs auf sie nahm und die kritische Situation auslöste.

Zu Unrecht seien in der Öffentlichkeit überdies die Organisation Sea Sheperd und eine in der Gegend tätige Meeresbiologin mit dem Vorfall in Zusammenhang gebracht und angefeindet  worden, bedauert Michael Tenten. Ob die Wal-Rettung juristische Konsequenzen haben wird, ist noch nicht abzusehen. Ein ganz besonderes Glücksgefühl kann den Wal-Beschützern aber niemand mehr nehmen: „Wir sind sehr froh, dass die Wale überlebt haben“, sagt Tenten.

norway-whalesnorway-whale-killers

Bericht Nr. 6: Die Wahlfangindustrie

– Die Walfangindustrie ist mit dem Absatz nicht mehr zufrieden, der Fang wurde reduziert und der Verkauf nimmt weiter ab.

– Die unerfŸllte Quote wird im nŠchsten Jahr als „Freifang“ auf die 20 Walfangschiffe verteilt, wird nicht gezŠhlt. Es werden meist schwangere WalkŸhe getštet, die toten ungeborenen Embryos werden ebenfalls nicht in die Quote eingerechnet.

– Seid 2016 gibt es von April bis Anfang Juni eine sog. Quotenfreie Zeit, alle Wale die in dieser Zeit gefangen werden, werden nicht in die Quote aufgenommen, es darf gefangen werden, was vor die Harpune kommt.

– Der Gewinn ist niedriger als die Investitionen, die Verluste der Walfangindustrie werden durch staatliche Gelder, die von den Steuern finanziert werden ersetzt, um (laut der Regierung) die Arbeitslosigkeit im Nordland niedrig zu halten. Das fehlende Geld wird von Innovasjonen Norge Ÿbernommen. Diese Firma nutzt Steuergelder und investiert 1,0 Millionen bis 2,5 millionen Kronen in den Walfang. Umgerechnet bekommt jeder WalfŠnger 64.000 (ca. 6,400 Euro) Kronen nur von Steuergeldern.

– Obwohl die Politiker selbst zugeben, dass der Walfang nicht nachhaltig ist wird stetig versucht zu behaupten, dass der Walfang in Norwegen keinen Einfluss auf die Population hat. Norwegen tštet knapp 1000 Wale jedes Jahr, bei einer geschŠtzten Gesamtpopulation von etwas weniger als 100.000 ist dies knapp Ÿber 1% was Ÿbertragen eine Menge ist.

– Gegen jede Logik, wird der Walfang von der Regierung unterstŸtzt.

– Es gibt ebenfalls private Investitionen

– Zur Zeit (2016) sind 20 WalfŠnger im Vestfjord und bis nach Spitzbergen unterwegs.

Zeugenbericht 20.06.2016
Walforscherin Heike Vester von Ocean Sounds hatte heute mit ihren 9 internationalen Studenten von der Uni in Bodø einen Feldkurs über Meeressäuger auf den Lofoten gestartet. Dieser Kurs hat hohe Beliebtheit und lockt Studenten aus aller Welt hier her um etwas über Meeressäuger vor allem Wale zu erfahren und sie auch zu sehen..

Wie groß war da die Freude als der 1 Zwergwal gesehen wurde von dem Uniboot bei der Überfahrt. Und wir suchten ihn verwzeifelt, aber war nicht mehr zu sehen, stattdessen fuhren 2 Walfänger kreuz und quer über das Fjord, wie so oft hat es dieser Wal wohl nicht geschafft seine Wanderung zu den Fressgründen im Norden zu erreichen….

Das Vestfjord ist in dieser Sommersaison sehr leer, man hört nur das Dröhnen von den seismischen Untersuchung die die Oelindustrie nutzt, um noch mehr Oel zu finden….sie haben wohl gelernt in den letzten 6 Jahren, dieses Fjord zu meiden..

Die Wale haben in Norwegen keine Heimat mehr, sondern treffen oft ihren viel zu frühen und grausamen Tod.

Die Steuern, die durch whale watching (und anderen Tourismus) eingenommen werden, werden direkt in das Töten von Walen gesteckt, alles wird vom Staat subventioniert..

Eine kranke Welt.

hvalbiffhvalbiff2wahlpfangwahlpfang2wahlpfang3

Bericht Nr. 5: Die „offizielle“ Jagdsaison beginnt!

Erst ab ungefähr Anfang Juni zählen die getöteten Zwergwale für die Quote. Vorher dürfen die Walfänger so viele Zwergwale fangen, wie sie wollen, ohne dass dies auf die Quote angerechnet wird. Die Quote beträgt in dieser Saison 880 Zwergwale (in der vergangenen Saison war die Quote mit 1286 deutlich höher). Unseren Informationen zufolge wurden bisher rund 300 Zwergwale getötet.

13. Juni: In Svolvaer ist es ruhig. Die Nystrand war auf der Jagd, kehrt aber ohne Wale getötet zu haben zurück nach Röst. Die Nordfangst befindet sich noch immer an der Werft in Svolvaer.

14. Juni: Wir finden bedenkliche Mengen Walblubber (wahrscheinlich mit Quecksilber und PCBs kontaminiertes Walfett) vor der Fabrik Lofothval AS in Svolvaer. Eines davon haben wir untersucht und entsorgt.

Mittags kommt es zu einem Konfliktgespräch mit Rune Frovik, dem Inhaber der Walfleischfabrik. Er erklärt uns, dass es eine natürliche Art des Recyclings sei, Walreste wieder ins Meer zu werfen. Da der Ozean ja groß sei, wäre die Belastung nicht so hoch! Bei der Frage nach der Quote und der Feststellung, dass ja immerhin 1 Prozent der Population gefangen wird – ungeborene Waljunge nicht mitgerechnet – winkt Rune Frovik ab und fragt, ob er ein Foto von uns machen dürfe. Wir lassen es zu.

Die Jagd sei notwendig, meint Rune Frovik, weil es sonst zu viele Zwergwale geben würde (ein häufig angeführtes Argument der Jagd-Lobby). Er bestreitet, dass sich ein Großteil der Schadstoffe im Fett und nicht im Fleisch befindet. Auf die Frage, warum Japan den gelieferten Speck wegen zu hoher Belastung nun zurückgewiesen hat, weicht er aus und sagt, er würde ja nicht Exportieren – und ja, es sei illegal! Möglicherweise bekommen wir in der nächsten Woche ein ausführliches Interview.

15. Juni : Nach drei Tagen Pause ist der Marktstand wieder geöffnet. Kunden für Walfleisch lassen sich aber nicht blicken. In der Fabrik ist es ruhig. Am Mittag absolvieren wir die ersten Testflüge mit unserer Drohne „Krake“.

16. Juni: Im Rahmen einer Routine-Kontrolle wollen wir nach Walen Ausschau halten, die sich zur Zeit im Vestfjord aufhalten. Seit die seismischen Tests ausgesetzt wurden, kehrt etwas Leben zurück. Vermutlich sind sogar zwei Buckelwale vor Ort! Dann machen wir einen Walfänger aus, der sich beim Auswerten des Filmmaterials als die Reinefangst entpuppt! Den Aktivitäten an Bord zufolge wurde kurz vorher wahrscheinlich ein Zwergwal erlegt. Zum Entladen fährt das Schiff aber nicht nach Svolvaer, sondern in die Fabrik Hopen Fisk AS bei Hopen.

17. Juni: Morgens fahren wir nach Hopen zur Fabrik Hopen Fisk AS. Wir können kurz zum Anleger vordringen und die Reinefangst identifizieren, werden dann aber schnell weggejagt. Per klettert auf den Berg, während Michael versucht, über den Sumpf eine freie Sicht zu bekommen. Dies gelingt, Per wird verständigt und wir können filmen, wie Walfleisch von Bord abtransportiert wird! Die Stücke sind unglaublich groß.

Nach dem Bearbeiten des Materials können wir die Rowenta 2 ausmachen, die voll beladen an Svolvaer vorbei direkt nach Reine fährt. Dies bestätigt unsere Vermutung, dass nun – in der „offiziellen“ Quoten-Zeit – wieder alle Fabriken in Betrieb gehen! (70 Prozent von ihnen arbeiten für Lofothval AS) Somit sind die Aussagen der Fabriken und Kontakte, dass nur in Svolvaer entladen werde, nicht mehr gültig. Das ist für uns ein Rückschlag, da wir in einem sehr kleinen Team arbeiten und nun Probleme bekommen werden, alle zu überwachen.

Am Wochenende findet kein Einsatz statt! In Svolvaer ist kein Betrieb und die restlichen Schiffe kommen erst Anfang der nächsten Woche. Wir suchen nun nach Helfern vor Ort, um größere Flächen abdecken zu können.

Drone Per Walfleisch second Foto first foto

Vierter Bericht: „Blutige Fracht“

Donnerstag, 16. Juni Vor Svolvaer haben wir heute die Reinefangst erspäht, die offensichtlich etliche Wale getötet hat! Das erste Bild zeigt die Reinefangst ohne Fang an Bord. Das zweite Bild haben wir heute aufgenommen. Die Reinefangst liegt deutlich tiefer im Wasser – es befindet sich somit das Fleisch von schätzungsweise 30 Zwergwalen im Kühlraum. Insgesamt kann das Schiff das Fleisch von bis zu 50 Zwergwalen transportieren.

Anhand einiger Indizien wissen wir, dass sich die Reinefangst derzeit auf Waljagd und nicht etwa beim Fischfang befindet. Denn die zum Fischfang notwendigen Netze und Geschirre sind NICHT an Bord. Stattdessen sind an Deck die Bretter verlegt, die verhindern sollen, dass das blutige Walfleisch mit der Lackierung des Decks in Berührung kommt.

Insgesamt monitoren wir derzeit 17 Schiffe und überwachen sie bei ihrer Rückkehr. Wo die getöteten Wale entladen werden oder ob die Reinfangst weiter zur Jagd geht, wollen wir heute herausfinden.

first foto second Foto

Bericht Nr. 3: Walfleisch ist OUT

Montag 06. Juni: Seit zwei Wochen informieren wir die Passanten und Touristen… anscheinend mit Erfolg! Der Marktstand in Svolvaer, der Walfleisch verkauft, hat seit 8 Tagen nur einmal Kunden gehabt. Wir erklären den Leuten, wie grausam der Fang abläuft, dass „Hval“ Walfleisch ist und dass es unter Umständen erhöhten Quecksilber Gehalt aufweist. Außerdem zeigen wir auf, dass das Fett illegal verklappt wird, und dass Zwergwale ziemlich sicher gefährdeter sind als gedacht. Von dieser Spezies ist zu wenig bekannt!

Dienstag 07. Juni: In Svolvaer war es auf den ersten Blick ruhig! Wir erfuhren jedoch von unseren Kontakten von einem Studententreffen, bei dem Walfleisch freies Essen die Vorgabe war. Am Ende kam aber die Bedienung mit einem Tablett und bot als „spezielle

Empfehlung des Kochs“ den Studenten doch noch Walfleisch an. Dies wurde glücklicherweise abgelehnt.

Wir haben von den fleissigen jungen Forschern und ihrer sehr netten Leiterin die Hydrophonaufnahmen vom Vestfjord bekommen! Unter Wasser herrscht ein Höllenlärm: Die alles übertönenden Detonationen, die alle 8 Sekunden erfolgen, sind die seismischen Messungen.

Mittwoch 08. Juni: Keine Arbeit, der Sturm hat mich zum Umzug in eine Hütte gezwungen. Angesichts der Böen von 10 BFT war das Übernachten im Zelt nicht mehr möglich!

Donnerstag 09. Juni: Morgens um 4 Uhr zum Aussichtspunkt aufgebrochen. Um 8:30 fuhr ein Walfangschiff in Richtung Svolvaer! Leider den ersten Bus verpasst und Richtung Kabelvag gelaufen, den zweiten Bus dann erwischt. An der Walfleischfabrik schwamm bereits ein Fettfilm im Kreis um besagten Walfänger! Ganz überraschend bekam ich von den Berlinern hier am Campingplatz Hilfe! Nach kurzem Suchen fanden wir auch schon das verklappte Fett. Ab heute ist es sicher, dass es dort mit Absicht entsorgt wird. Blubber zu verklappen ist definitiv verboten. Ob das flüssige Walfett ebenfalls nicht verklappt werden darf, versuche ich die Tage noch herauszubekommen!

CIMG2653 CIMG2732 CIMG2739 CIMG2744 CIMG2756

Zwei Wale entkommen! Zweiter Bericht aus Norwegen.

Das Highlight der Woche gleich vorweg: Zwei Zwergwale, die am vergangenen Donnerstag in der Nähe von Henningsvaer gesichtet wurden, sind dem Walfangschiff Uregutt – das in der Gegend auf Jagd war – nicht vor die Harpune gekommen. Aber jetzt erst mal der Reihe nach:

Montag 30. Mai: Ein Walfangschiff namens Nordfangst – das uns bisher nicht bekannt war – taucht in Svolvaer auf. Sein bevorzugtes Jagdrevier ist der Vestfjord.

Dass der hoch mit Giftstoffen belastete Walspeck einfach ins Wasser geworfen und somit illegal entsorgt wird, hatten wir bereits berichtet. Nun konnten wir beobachten, dass Seevögel den im Hafenbecken schwimmenden Walspeck verspeisen!

Dienstag 31.Mai: Wir erfahren, dass die Nordfangst, die nun im Trockendock liegt, kürzlich 30 weitere Wale getötet und in der Walfabrik in Svolvaer zur Verarbeitung abgeliefert hat. Damit steigt die Zahl der toten Wale auf 169.

Mittwoch 1. Juni: Um 19 Uhr legt die Uregutt zur Jagd im Fjord ab.

Donnerstag, 2. Juni: Auf der Suche nach der Uregutt, die vermutlich küstennah auf der Jagd ist. Wir bekommen Meldung, dass nahe Henningsvaer zwei Zwergwale gesichtet und von einer Forschergruppe begleitet werden. Am Abend dann die gute Nachricht, dass die Uregutt ohne Fang (!) wieder in Ure angelegt hat.

Freitag, 3. Juni: Keinerlei Aktivitäten. Wir warten auf das Eintreffen der Rowenta 2, die am Samstag vergangener Woche abgelegt hat, und auf die Rückkehr der Unstad Junior, die seit ca. 25. Mai auf dem Nordatlantik jagt.

Samstag, 4. Juni: Keine Arbeit in der Walfabrik, kein einlaufender Walfänger!

Resümée: Der Westfjord wurde die ganze Woche vom Walfang verschont. Die gefährliche Situation für die beiden Zwergwale verlief glimpflich und sie konnten den Explosionsharpunen entkommen. Die Uregutt liegt seit Donnerstag Mittag in Ure vor Anker. Anscheinend legt auch der zweite Walfänger der Flotte von Remi Unstad diese Woche nicht mehr zum Fang ab. Die Nordfangst liegt ebenfalls auf dem Trockenen.

Also fast ein Happy End, wären nicht die vier anderen Walfänger im Nordmeer unterwegs: Die Rowenta 2, Unstad Junior, Ann Brita und die Reinefangst sind noch auf der Jagd.

Dennoch: Der Fjord ist viel zu still – bis auf die alle 8 Sekunden erfolgenden Unterwasser-Detonationen für die Ölsuche. Vögel sind ebenfalls nur wenige zu beobachten. Wir machen uns große Sorgen, dass die lautstarken und permanent erfolgenden seismischen Messungen verhängnisvolle Auswirkungen auf die Tierwelt haben könnten.

Möwe Blubber(2) Nordfangst (3) Nordfangst (4) Nordfangst (6) Nordfangst (7) Nordfangst (9) Nordfangst (11)

Hier der erste offizielle Bericht aus Norwegen!

Wie zu befürchten war, ist der Walfang dort in vollem Gang.

Hier der erste offizielle Bericht aus Norwegen!
Wie zu befürchten war, ist der Walfang dort in vollem Gang.

Der Stand am 25. Mai: Die Walfangschiffe Reinebuen, Reinefangst und die Ann Brita befinden sich auf der Jagd. Ziemlich sicher sind die 37 getöteten Wale, die in der Presse genannt wurden, Opfer dieser von Reinebuen aus operierenden drei Schiffe geworden.
Die Unstad Junior hat den Fjord Troms in Richtung Nordmeer verlassen und wird wahrscheinlich in Richtung Spitzbergen auf Waljagd gehen.

26. Mai: Vorbereitung der Rowenta zum Auslaufen für den Walfang. An Deck werden die Bretter verlegt, die verhindern sollen, dass das Walfleisch mit dem Lack in Berührung kommt.

27. Mai: Die Walfänger Reinebuen und Ann Brita kehren nach Reine zurück. Ihre traurige Ladung haben sie zuvor schon in der Walfleischfabrik in Svolvaer „gelöscht“ (entladen).

28. Mai: Vor der Walfleischfabrik in Svolvaer schwimmt Blubber im Meer! Diese Art der Entsorgung“ des Walspecks ist verboten!

In dieser Fettschicht im Unterhautgewebe der Wale reichern sich Umweltgifte an. Deshalb kam es in der Vergangenheit immer wieder vor, dass viele Tonnen Blubber aufgrund der hohen Kontaminationen nicht mehr auf dem Weltmarkt verkauft werden durften.

Weitere Nachrichten folgen. (Im Meer herrscht beunruhigende Stille – bis auf die stündigen Detonationen bei der Suche!)

CIMG2276 CIMG2312 CIMG2347 Walspeck 13334276_1778520845712305_259605580_o Beim Verladen

 

Einsatz für die Nordsee-Robben

Der IMMCS unterstützt das Robbenzentrum Föhr mit dem Segler Pegasus – Freiwillige Helferinnen und Helfer gesucht

Die in der Nordsee heimischen Robbenarten – Seehunde und Kegelrobben – geraten immer häufiger in Not. So verlieren etwa junge Seehunde durch menschliches Fehlverhalten den Kontakt zu ihren Müttern und werden zu hilfsbedürftigen Heulern. Auch die Umweltverschmutzung macht den Robben zu schaffen: In den vergangenen Jahren trat bei erschreckend vielen Tieren schwerer Befall von Lungenwürmern auf. Die Ursachen sind noch nicht vollständig geklärt; mögliche Auslöser können ein geschwächtes Immunsystem aufgrund von Gewässerverschmutzung sowie Nahrungsmangel durch die Überfischung sein.

Auf der Insel Föhr haben die Meeressäuger indes passionierte Unterstützer gefunden: Seit 2010 betreiben die Tierärztin Janine Bahr und der Wildtierexperte André van Gemmert das Robbenzentrum Föhr. Verletzte und geschwächte Tiere werden hier medizinisch versorgt und nach gelungener Rehabilitation ausgewildert. Besucher können sich in einer Ausstellung im Robbenzentrum über die Lebensweise und das Verhalten der Tiere im Wattenmeer informieren. Überdies widmen sich Janine und André der Erforschung der beiden Robbenarten in ihrem natürlichen Lebensraum.
Wir haben uns entschlossen, die vorbildliche Arbeit der Robbenschützer in diesem Sommer tatkräftig zu unterstützen. Von Mitte Juni bis 26. September wollen wir mit unserem Segelboot, der Pegasus, vor Ort sein und verschiedene Aufgaben erfüllen. Zum einen geht es um die Beobachtung der Robbenbänke: Von der Pegasus aus können die Tierärztin und der Wildtierexperte den Bestand der Tiere wie auch ihren gesundheitlichen Zustand begutachten.
Wenn eine Behandlung notwendig ist, können die „Patienten“ mit der Pegasus zum Robbenzentrum transportiert werden.
Zum Einsatz kommen wird die Pegasus auch bei der Erforschung der Robben und ihrem Verhalten im heimischen Wattenmeer. In Frage kommen das Gebiet der deutschen und niederländischen Wattenküste sowie das Hochseegebiet um Helgoland. Möglich sind auch Touren für ausgesuchte Gäste zu den Robbenbänken, um über die Tiere und ihre Situation zu informieren. Um die Meeressäuger nicht zu stören, sind dabei gewisse Verhaltensregeln zu beachten, die den Besuchern selbstverständlich vermittelt werden.
Beobachten möchten wir aber nicht nur die Robben, sondern auch die Aktivitäten der Seehundjäger! Denn in Schleswig Holstein ist noch ein – nach Ansicht vieler Experten fachlich längst überholtes – Robbengesetz in Kraft. Danach dürfen allein die Seehundjäger über Leben und Tod eines hilfsbedürftigen Tieres entscheiden. In der Praxis heißt das:
In 80 % der Fälle erschießen Seehundjäger die Tiere direkt vor Ort – ohne tierärztliche Untersuchung! Dass den 40 dort ehrenamtlich tätigen Seehundjägern die nötigen veterinärmedizinischen Kenntnisse fehlen, um den Zustand der Tiere beurteilen zu können liegt auf der Hand. Laut diesem zunehmend unter Kritik stehenden Gesetz macht sich die Tierärztin Janine Bahr sogar strafbar, wenn sie überlebensfähige Tiere in ihrer Praxis behandelt.
Wir wollen zur Rettung der überlebensfähigen Seehunde beitragen und werden deshalb ein wachsames Auge auf das Vorgehen der Jäger haben. Sollten Tiere abgeschossen werden, ist das Ziel, dies zu dokumentieren und gegebenenfalls zur Anzeige zu bringen. Unsere Aktivitäten werden sowohl an Land als auch auf See stattfinden. Dafür werden auch noch Helferinnen und Helfer gesucht, die uns von Mitte Juni bis 26. September hier unterstützen wollen. Spenden sind ebenfalls willkommen. Die Robben sagen danke!

 

DSC3017done

Screenshot - 21.04Screenshot2 - 21.04Screenshot3 - 21.04